Best Practices versprechen Orientierung: bessere Zusammenarbeit, weniger Reibung, stabilere Systeme. Trotzdem funktionieren bewährte Muster im eigenen Kontext nicht automatisch. Was in der Theorie sinnvoll klingt, trifft in der Praxis auf gewachsene Strukturen, unterschiedliche Verantwortlichkeiten, lokale Optimierungsziele und unausgesprochene Erwartungen.
Dieser Vortrag betrachtet Reibung zwischen IT-Teams als Signal in soziotechnischen Systemen – nicht als bloßes Kommunikationsproblem. Am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Plattform- und Entwicklungsteams wird gezeigt, warum Missverständnisse, Wartezeiten und Workarounds auch dann entstehen, wenn alle Beteiligten vermeintlich „das Richtige“ tun.
Painstorming dient als pragmatisches Werkzeug, um diese Reibung sichtbar zu machen: nicht durch vorschnelle Lösungsfindung, sondern durch bessere Fragen. Wer erlebt welchen Schmerz, in welcher Situation, mit welcher Wirkung – und welche Annahmen stecken dahinter?
Die zentrale These: Best Practices liefern mögliche Antworten. Aber erst bessere Fragen zeigen, welches Problem tatsächlich gelöst werden muss.