Open Source im Schaufenster, Lizenz an der Kasse: Warum einen Enterprise-Chat-Server selbst bauen?

„Open Source Slack-Alternative" googeln liefert Mattermost, Rocket.Chat, Element. Auf der Feature-Matrix sitzen Single Sign-On (SSO), Clustering und Compliance-Export zuverlässig hinter der Enterprise-Lizenz. Wer wechselt, tauscht das Logo auf der Rechnung, nicht die Abhängigkeit. Bei Datenbanken (Redis 2024) und Infrastruktur (HashiCorp 2023) zeigt sich dasselbe Muster: Open Core ist kein Bug, sondern das Geschäftsmodell.

Dieser Vortrag greift die Annahme dahinter an, dass „selber bauen" zu teuer und zu komplex ist. Mit agentischer Softwareentwicklung und einem strukturierten Spec-Driven-Prozess habe ich im Alleingang einen Matrix-kompatiblen Enterprise-Chat-Server gebaut: Nebu. Er ist Apache 2.0 lizenziert, läuft mit drei Laufzeit-Komponenten ohne Lizenzabhängigkeiten und bringt SSO, Audit-Log sowie Compliance-Zugriff ab der ersten Instanz mit.

Was du mitnimmst:

  • warum das Cloudflare-Vibe-Coding-Desaster vom Januar 2026 die Branche zu Recht skeptisch gemacht hat und was Spec-Driven Development anders macht
  • welche Architekturentscheidungen Komplexität wirklich rausnehmen, etwa der Verzicht auf Federation oder Elixir/OTP (Open Telecom Platform) statt Redis und NATS
  • wie sich die Buy-vs-Build-Rechnung verschiebt, wenn eine einzelne erfahrene Fachkraft plus Agent ersetzt, was vorher ein Team brauchte
  • wo der Ansatz nicht funktioniert und warum nicht alles selbst gebaut werden sollte

Für IT-Entscheider:innen, die bei der nächsten Lizenzverlängerung mehr Optionen wollen als „zahlen oder migrieren".

GEHOSTED VON

Philipp Beyerlein
Philipp Beyerlein

Wann und Wo?

12.11.2026 14:00

Raum:

Turing

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