Was muss eine Architektur leisten, damit ein Coding Agent darin sinnvoll arbeiten kann und das Ergebnis am Ende noch jemand verantworten will? Architekturarbeit war immer Kommunikationsarbeit zwischen Menschen. Mit Agenten kommt ein neuer Stakeholder mit Eigenheiten dazu: begrenztes Kontextfenster, kein Bauchgefühl, keine Kaffeeküche, emotionslos bei Architecture Decision Records (ADRs), dafür unermüdlich, schnell und mit zukünftig unbekanntem Pricing-Modell.
Aus diesen Eigenheiten lassen sich Kriterien ableiten, und die meisten davon kennen wir schon. Hohe Kohäsion und lose Kopplung halten das Kontextfenster beherrschbar. Eine durchgängige Ubiquitous Language von der Anforderung bis in den Code spart Übersetzungsschritte und Tokens. Branchenstandards nutzen das parametrische Wissen der Modelle, statt es teuer überschreiben zu müssen. Statische Typisierung, ArchUnit-Regeln, Custom-Linter und die erweiterte Testpyramide werden vom Disziplin-Thema zum Feedback-Mechanismus, mit dem der Agent sich selbst korrigieren kann.
Wir wollen zeigen, dass das, was wir heute schon unter guten Architektureigenschaften verstehen, auch für agentische Codegenerierung äußerst hilfreich ist. Gleichzeitig arbeiten wir heraus, welche Teile davon wirklich neu sind, natürlich unter der Bedingung, dass heute noch niemand sagen kann, wie wir in fünf Jahren Software entwickeln werden.